Donnerstag, 16. Oktober 2008

Wasserratten



Mittwoch Nachmittag. Ich wusste nicht so recht, in welche Richtung ich jetzt noch spazieren soll und bin mit meinem Buch in den Park de la Citadelle gegangen, der ist gleich bei mir um die Ecke. Einen Kanal gibt es da auch. (Es gibt sowieso überall Kanäle.)

Da waren Schwäne und Enten. Die hab ich fotografiert. In aller Ruhe. Und dann erst bemerkt, dass da noch was viel interessanteres im Gras sitzt.



Auch in aller Ruhe. Hat da gesessen und irgendwas verputzt. Und sich nicht davon stören lassen, dass ich es mit großen Augen angestarrt habe, etwas näher geschlichen bin und „Was bist Du denn?“ vor mich hingemurmelt habe.

Ich dachte erst an einen Biber, das ist aber falsch, man beachte den Schwanz. Da ich mit meinem miserablen zoologischen Wissen nicht weiterkam, habe ich einen älteren Mann gefragt, der in der Nähe stand. Aber fragt mal jemanden auf Französisch, ob das Tier da vielleicht ein Otter ist. Die Vokabel für Otter habe ich in meinem Studium irgendwie nicht so oft gebraucht.

Es ging dann aber trotzdem irgendwie. Das ist eine Wasserratte, hat er geantwortet und mir ganz stolz alles erzählt, was er über Wasserratten wusste. Im Wesentlichen ist das, dass sie unter Naturschutz stehen, hier recht häufig sind (Ich habe auch später woanders noch ein paar Mal welche gesehen), dass in Kanada Pelzjacken aus ihnen gemacht werden und dass dieser grüne Zaun auf dem Bild errichtet worden ist, um sie von der Straße und dem Wohngebiet fernzuhalten. Ob man sie da nicht haben will, oder sie nicht überfahren werden sollen, wurde nicht so ganz klar. Dann hat mir der Mann auch noch die Vokabel für Schwan (cigne) beigebracht und als uns die Small Talk Themen ausgingen, ist er weitergefahren. Sehr nett, die Menschen hier.

(Auf dem letzten Foto sieht man, wie die Ratte den Schwan anfaucht, weil er versucht hat, sie zu beißen. Das war in echt viel lustiger, als auf dem Bild)

Wikipedia hält die Tiere für Ostschermäuse.
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Zeitreise



In meiner Erinnerung sind mehrere Menschen auf der Stele gelaufen und der eine hatte was blaues an. Naja, stimmt nicht ganz, wie man sieht. Diese Statue, die vor einem zentralen Einkaufszentrum steht, war fast meine einzige Erinnerung an den Schüleraustausch ins Elsass vor sieben (?) Jahren. Der belebte Platz, das moderne Einkaufszentrum, die Statue… die Erinnerung hat gar nicht zu dem heutigen Bild der schönen mittelalterlich-charmanten, elsässisch-süßen Stadt gepasst, die aus Fachwerkhäusern, Kirchen und Kanälen zu bestehen scheint. Hab mich deshalb sehr gefreut, als ich den Platz endlich wiedergefunden habe und alles wieder zusammen passt.
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Schilder in Straßburg



Nach Wacken gehts da lang.



Ich mag diese charmante Zweisprachigkeit, auf einmal klingt und wirkt alles ganz anders.


Yeah!!! Ich grüße alle Soziologen, die ich kenne! :) Mein Mitbewohner meinte dazu: „Schon krass… da heißen alle Straßen so „Straße der Juden“, „Straße der spielenden Kinder“… und dann auf einmal die "Durkheim-und-Strauss-Straße", mittendrin.“

Die Straße scheint auch wirklich in einem jüdischen Viertel zu liegen, mir sind viele Menschen begegnet und alle (!) waren fein angezogen und die Männer und Jungen hatten diese kleinen Käppchen auf. Oder Rabbinerhüte. Am Dienstag. Weiß jemand, ob das ein jüdischer Feiertag war?
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Draußen, in Frankreich




Sie laufen wirklich mit Baguette unter dem Arm durch die Straßen. Gerne auch mit mehren. Und sie spielen wirklich im Park Boule. Begeistert, überall, halbstarke Jungs und Rentner, Nachmittags sind die Parks von ihnen voll.




Überhaupt sind die Parks voll, voller Menschen und voller Spielplätze. Überall Spielplätze, so kommt es mir vor. Ich habe auch das Gefühl, sie sind in besserem Zustand, als bei uns. Werden sie mehr gewartet oder weniger zerstört? Und es funktioniert, alle Kinder sind draußen unterwegs, die Menschen sitzen in Cafés oder in meinem Plattenviertel auf den Plastestühlen vor dem Dönerimbiss, bis es ganz dunkel und kalt ist. Heute habe ich ein paar Mädchen auf der Straße spielen und Rad schlagen gesehen, die man in Deutschland eher auf Platteausohlen in einer Disko erwarten würde und die sich wahrscheinlich lieber die Zunge abbeißen würden, gehen würden, als sich spielend auf der Straße zu zeigen.



Außerdem sind die Spielplatzgeräte viel cooler.
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In guter Gesellschaft




In meinem Hinterhof wohnt eine Meerjungfrau.
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Montag, 13. Oktober 2008

Erkundungen







Gestern war ich fast den ganzen Tag spazieren. Ich hatte fast vergessen, wie schön Strasbourg ist - es gibt viel zu entdecken und es ist wirklich toll. Ich hab auch schon ein paar Orte wiedergefunden, an denen ich schon mal gewesen bin.

Ohne es zu ahnen, bin ich ausversehen ins Univiertel gezogen. Ich wohne im Plattenbau am Stadtrand, dafür aber inmitten von vielen Studenten, in Campusnähe und zwischen zahlreichen Copyshops und Wäschereien. (Was gut ist, ich habe weder einen Kopierer, noch eine Waschmaschine. :) Die szenigen Studentenkneipen und -Clubs habe ich noch nicht gefunden, aber ich bin optimistisch. Außerdem kann ich mich ja mal auf die Suche nach der Mensa machen - vielleicht lohnt es sich ja.

Die anderen Fotos, die gestern entstanden sind, finden sich hier: http://picasaweb.google.de/Fijann/SpaziergangAmErstenTag. Ich probiere noch ein bisschen herum, welcher Upload Service mir am meisten zusagt... Picasa, Photobucket oder doch Flickr? Na, mal sehen.
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Ein neuer Mitbewohner


Die Wohnung hat eine Menge Einbauschränke in den Fluren, in denen Putzsachen und Lebensmittel aufbewahrt werden. Und eine Menge anderes Zeug. Gestern Abend hab ich was witziges gefunden.
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Mein Zimmer





Mittlerweile hängt auch das Chorplakat über dem Bett.
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Wiedersehen macht Freude



Beim Zurücklaufen von Kehl nach Strasbourg habe ich – noch in Deutschland – ein paar gute alte Freunde in einem Schuhgeschäft getroffen – der ein oder andere erkennt sie vielleicht. Meine alten habe ich beim Auszug leider wegwerfen müssen, hab ganz kurz überlegt, ob ich sie mir jetzt noch mal kaufen soll. Habs verworfen, fühle mich jetzt aber ein klein bisschen vertrauter hier.
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L'arrivée







Ich bin angekommen. Ziemlich gut und ziemlich überraschend.

Mein Navi hat mich gut an jedes Ziel gebracht, ist aber anders gefahren, als ich erwartet hatte. Auf einmal war ich in Frankreich und die Gegen sah genauso, die Schilder aber anders aus. So bin ich auch einmal durch die Stadt durchgefahren, bis ich in meiner Plattenbausiedlung angekommen bin und was ich gesehen habe, hat mir gefallen. Ich freu mich schon, alles zu erkunden… gleich, wenn ich mich hier raustraue. Erstmal müssen die ersten Eindrücke festgehalten werden, dann geht es los.

Mein Vermieter ist ein sympathischer weißhaariger Mann, den ich sofort mochte, meine Mitbewohner sind zwei nette Jungs und ein Mädchen, das ich noch nicht gesehen habe. Die Jungs haben mir geholfen, meine Sachen in die Wohnung zu tragen und sind echt nett. Der eine kommt aus Tschechien, bei dem anderen tippe ich auf Marokko – wir sind also ziemlich international.

Sprachlich schlage ich mich so durch. Ich habe noch einige Wortfindungsstörungen (vielleicht sollte ich mal nachschlagen, was „Dingens“ und „dingsen“ heißt, das wäre echt nützlich), komme aber zurecht. Und es kann ja nur besser werden.

Spazieren war ich auch schon. Ich hab das Auto nach Kehl zurückgefahren und abgegeben (schweren Herzens: Ich hab es echt liebgewonnen und die Jungs haben sich auch schon gefreut, dass die WG jetzt ein Auto hat. Nee, leider nicht.) Von Kehl kann ich zu meiner Wohnung zurückspazieren, das dauert keine halbe Stunde. Dabei hab ich auch schon den Charme der Stadt kennengelernt: Man muss den Rhein und einen der vielen vielen Kanäle der Stadt überqueren, um zu mir zu kommen. Rostocks Kräne und Hafenromantik werden mir also gar nicht so sehr fehlen – das gibt es hier auch und für mich viel näher, als zu Hause. (Aber bis ich hier mit guten Freunden am Hafen grillen kann… das dauert wohl noch.)
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Samstag, 11. Oktober 2008

Köln




Hinter mir liegt die erste Etappe und ein Tag auf der Autobahn: Ich bin in Köln angekommen. Und zwar gut. Erkannt und um ein Autogramm gebeten hat mich noch niemand (komisch eigentlich). Dafür wird den einen oder anderen vielleicht belustigen, zu lesen, dass ich, zusammen mit meinem reizenden Gastgeber Seba* und seinen zwei Freunden gut eine Stunde in der Innenstadt auf der Suche nach Essbarem unterwegs war. Vielleicht ist das ja so ein Köln-Ding.

Wir waren dann bei einem Chinesen (Bilanz: Es gibt das gleiche wie in Rostock, nur teurer.), der aber nur noch Buffetreste und fast kein Fleisch mehr hatte. Dafür außerordentlich leckere Cola und nicht nur überbackene Bananen, sondern auch Äpfel. Außerdem haben wir einen Filmdreh gesehen (Sah genauso aus, wie im fantastischen Brüggefilm, weil ähnlich mittelalterliche Kulisse. Dafür keine Mausekostüme.) und ein Partyschiff auf dem Rhein, mit vielen ausgelassenen Menschen. Wir wurden nicht reingelassen. Gott sei Dank, ich bin so müde.

Wenn man Sebas Freunde reden hört, weiß man voll, dass man in Köln ist. Unverwechselbar.

Nach Strasburg sind es morgen noch drei Stunden Fahrt, das gröbste ist geschafft. Mit Navigationsgerät war weder der Zwischenstopp in Hamburg, zum Mittagessen mit Hannes ein Problem, noch das Finden des kostenlosen Studentenparkplatzes in Köln. Ich bin für die Erfindung von Navigationssystemen sehr dankbar. Und für Mp3 Player im Auto.

*An dieser Stelle viele Grüße und nocheinmal herzlichen Dank für das Obdach. :)
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Dienstag, 7. Oktober 2008

ChOrganisation

"Der Weihnachtsmann ist gerade auf Tour und kommt erst Ende Oktober wieder. Dann kann ich Ihnen mehr sagen..."

Sätze, die man so hört, wenn man einen Chor organisert. Toller Job, der wird mir fehlen.

Montag, 6. Oktober 2008

Rauchzeichen

Heute morgen hat die Welt gedampft.


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Mitternachtsimbiss bei Steffi





Eigentlich wollte ich nur Steffi besuchen, um die Köln - Chor DVD zu gucken und einen schönen Abend zu haben. Das hat auch ganz gut geklappt, allerdings waren wir mit Martin und Sanne dann zu viert, statt zu zweit und aus dem netten Abend wurde eine ganze Menge nette Nacht, inklusive einem Mitternachtsimbiss, der sich gewaschen hat: Pfannkuchen, Pralinen und Schokopudding. Es wurde spät und war toll, und jetzt bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass Martin beim Schneiden und Bearbeiten der DVD einen ziemlich tollen Job gemacht hat. :)
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Samstag, 4. Oktober 2008

Wazomba im JAZ






Gestern haben Wazomba im JAZ gespielt, eine schweizer... ich hätte jetzt gesagt, Skatruppe, aber die Jungs selbst finden auf ihrer Webseite eine viel schönere und vielseitigere Umschreibung:

Das wirre Repertoire ist irgendwo zwischen Ska und Reggae, Swing-Trash,
postmortalem Klezmer-Polka, durchgeknalltem Roost'n'Roll und indischem Balkanjazz anzusiedeln.

Wie auch immer, zuhören, zugucken und tanzen hat richtig Spaß gemacht. Schön, mal wieder richtige Musik zu erleben, selbst gemachte. Mit Blasinstrumenten und Off Beats, mit ganz vielen Musikern auf der Bühne, die auch mal ins Publikum springen und da weiterspielen. Alle waren begeistert und hatten einen tollen Abend. Wazomba kann man, glaube ich, guten Gewissens zum Reinhören weiterempfehlen. Hinterher war noch Lohro Weltempfänger Party mit russischem Ska und der Abend ist schön ausgeklungen.

Kleiner Kater, große Welt



Biff ist für das nächste Jahr zu meinen Eltern gezogen und hat jetzt ein großes Haus zum Beschnuppern und Erkunden. Samt Garten und angrenzender Außenwelt. Nächtlichen Streifzügen und soziale Kontakten steht jetzt nichts mehr im Weg. Da freut sich der kleine neugierige Kater bestimmt... und vielleicht der ein oder andere auch, er tat ja immer allein leid. :)

Jetzt sind die schönen, weißen Pfötchen immer ein bisschen schmutzig und nach einer verregneten Nacht ist der Kater schonmal ein bisschen nass... aber ich glaube, das ist es ihm wert.
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Forever!


Abgesehen von "Batman Forever" haben wir sie jetzt alle gesehen: ausgelöst vom phantastischen "The Dark Knight" sind Steffen und ich dem Batman Fieber verfallen und haben uns auf eine cineographische Reise durch die Geschichte von Gotham City begeben. Das war nicht immer ganz einfach, da macht man einiges mit (Schlimme Wortspiele, absurde Bösewichter und viiiel zu viele große Behälter mit Säure, man man man.)

Was bleibt, ist von Zeit zu Zeit ein nervöser Blick auf die Dächer der Stadt, die Lust, absurde Comichelden zu zeichnen und der Vorsatz, an viele Wörter einfach die Vorsilbe "Bat-" anzufügen.
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