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Montag, 24. November 2008

Babylon

"Wenn ich erst in Frankreich bin, spreche ich jeden Tag ganz viel Französisch und dann kann ich es nach ein paar Wochen so fließend, dass bald niemand mehr hört, dass ich ganz woanders aufgewachsen bin."

Naja.

Zunächst einmal habe ich gar nicht das Gefühl, wirklich viel zu sprechen. Meine Mitpraktikanten sind Deutsche, die Umfragen, die ich mache sind im Wesentlichen immer das gleiche, ansonsten ein bisschen "Wie gehts?" in der WG und kurze Dialoge mit Verkäufern beim Einkaufen. Das wars im Wesentlichen auch schon. Wenn ich doch mal in die Verlegenheit, mich in ganzen Sätzen äußern zu müssen, die nicht schon auf meinen Fragebögen ausformuliert stehen, mach in das in der Regel mit der linguistischen Eleganz eines Gorillaweibchens, das sich gerade auf die Zunge gebissen hat.

Was mich aber am meisten erstaunt, ist das Feedback, das ich bekomme. "Sie haben aber einen netten Akzent", sagen die Leute, "sind sie Engländerin?" Erst hat mich nicht weiter beschäftigt - bis ich gemerkt habe, wie oft das passiert. Manchmal tippen die Leute auch richtig und identifizieren mich als Deutsche - sollte ja nicht so schwer sein, schließlich sind wir hier im Elsaß und man hat viel mit den Deutschen zu tun. Aber meistens halten mich die Leute für eine Engländerin. Ich hab das meinen - französischen - Kollegen erzählt und gehört "Ja, ist mir auch schon aufgefallen." Das gleiche hat eben Imad, mein marokkanischer Mitbewohner gesagt, als ich ihm davon erzählt habe.

Ich soll mich freuen, sagt Orianne, ein englischer Akzent ist doch besser, als ein deutscher. Na fein. Aber ich bin verwirrt... wie kommt der in mein Französisch? Ist das vielleicht jemand anderem auch schon mal passiert? Irgendwelche Theorien? Ich freu mich über Ansätze jeder Art.