Donnerstag, 2. Juli 2009

Moderne Kommunikation

Ich habe Post. Zwar erst in einem oder zwei Tagen, aber da durch das Internet alles immer viel schneller geht, antworte ich jetzt schon. Leider fehlen mir die Worte...

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Dienstag, 23. Juni 2009

La Fête de la Musique

Ich weiß, ich darf Euch nicht überfordern. Weder das Internet selbst, noch das Layout meines Blogs sind wirklich dazu gemacht, laaaange Texte zu lesen. Deshalb jetzt wieder ein paar Bilder, statt vieler Worte. Gleich.

Am Sonntag war die Fête de la Musique, das Fest der Musik. Das ist eine sehr tolle, französische Idee: Überall ist an diesem Tag Musik, man kann durch die Stadt laufen und überall sind Bühnen, Bands, Künstler. Man kann überall zuhören und wenn man keine Lust mehr hat, geht man weiter und hinter der nächsten Ecke warten ganz andere Klänge. Toll!

Nicht so toll war, dass es Abends zu regnen angefangen hat. Sonst wäre der Spaß sicherlich noch Stunden weitergegangen, so aber bin ich zu einer Freundin geflüchtet und hab den Abend mit Mädchengesprächen beschlossen. Was ja auch gut ist. Und jetzt die Bilder.





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Fotowettbewerb: Frühling

Der Frühling ist seit gestern vorbei, aber wir behalten ihn in liebevoller Erinnerung.

André hat wieder einen Fotowettbewerb ins Leben gerufen und ich habe mitbemacht. Bis zum 21. Juli könnt ihr bei ihm über die drei besten Frühlingsfotos abstimmen. Zu gewinnen gibt es (noch?) nichts, aber es macht Spaß - um so mehr, wenn viele Leute mitvoten.

Montag, 22. Juni 2009

Vorpremiere: Zion and his Brother

Wir merkwürdig das ist: Die beiden jungen Männer, die gerade an mir vorbei gehen, habe ich eben fast zwei Stunden lang angestarrt. Auf einer Leinwand.

Kino. Ich kenne jemanden der jemanden kennt, der Freikarten gewonnen hat und nicht hingehen kann. Es ist die Vorpremiere des israelischen Films Zion and his Brother und mal wieder weiß ich vorher nicht so richtig, worum es geht, noch dass Regisseur und die beiden Hauptdarsteller anwesend sind.

Es geht um zwei Brüder. Einen großen und einen kleinen und um ihre Beziehung zueinander. Die wird schwierig, weil das Leben schwierig ist: Zu der Herausforderung, in einem Plattenbauviertel in Haifa erwachsen zu werden, kommen handfeste Konflikte. Geldprobleme, Familienprobleme, Liebe, Gewalt... und schließlich ein furchbares Wissen um einen schrecklichen Zwischenfall.

"I see it as a simple film, a film that can be understood anywhere.", sagt der Regisseur Eran Merav. Der Satz ist aus dem Pressematerial von der Homepage des Films, ich weiß nämlich nicht mehr genau, was er wirklich gesagt hat. Ich war so damit beschäftigt, amüsiert zu grinsen, weil er seine Hand so affektiert beim Reden bewegt.

Der Film war gut: Menschlich, interessant, schön. Spannend erzählt, mitunter mitreißend, mitunter nachdenklich. Trotzdem fällt mir erstmal gar nichts ein, was ich den Regisseur dazu fragen könnte, der nun auf einmal im Kinosaal vor uns steht. Wir applaudieren. Die beiden Hauptdarsteller, Reuven Badalov und Ofer Hayun, werden angekündigt und kommen von hinten durch den Saal. Wir applaudieren wieder und ich bin irgendwie überrascht, dass Menschen, die man in Filmen sieht, tatsächlich existieren. Dies ist meine erste Filmpremiere.

Da mir immer noch nicht einfällt, was ich fragen könnte, harre ich erstmal der Dinge, die da kommen. Die sind ganz witzig, schon der babylonischen Herausforderungen wegen. Die Jungs sprechen Hebräisch, der Regisseur englisch, das Publikum französisch. Ein Übersetzer (Hebräisch-Französisch) und ein Moderator sind anwesend, die versuchen der Sprachen Herr zu werden. Dies klappt, aber nur bedingt. An einer Ecke hapert es immer, das Publikum muss sich widerholt beschweren, weil es nichts versteht und mitunter helfend eingreifen.

Aber auch darüber hinaus gestaltet sich das Gespräch schwierig. Es scheint, als wären die anderen Straßburger von der Anwesenheit der Personen, die diesen Film erdacht und realisiert haben, nicht halb so beeindruckt wie ich - vielleicht weil sie so etwas häufiger geboten bekommen und allesamt deutlich älter sind als K. und ich. Nach einer kurzen Aufwärmphase sind die Fragen an Herrn Merav keine Fragen mehr, sondern Interpretationsvorschläge. Wie in einem Deutsch - pardon: Französisch! Leistungskurs melden sich die gestandenen älteren Damen und analysieren drauf los, immer länger werden die Redebeiträge. Ein grauhaariger Herr, der anfangs drauf hinweisen läßt, er sei übrigens Psychoanalytiker, will gar nicht mehr aufhören und holt richtig weit aus. K. und ich verkneifen uns respektloses Kichern und die hebräischen Herrschaften samt Übersetzern vorne sehen etwas hilflos aus, was mir leid tut.

Mir gefallen diese Straßburger Kinoabende, die mit dem Abspann nicht vorbei sind. Hoffentlich ist bald wieder einer.

Freitag, 5. Juni 2009

Basel








Nach Basel kann man von Straßburg aus toll mit dem Zug fahren. Natürlich erst, nachdem man sich ein bisschen mit der faszinierend klischéemäßig arroganten Schalterangestellten herumgeärgert hat, weil das tolle Angebot, mit dem man eigentlich fahren wollte seit gestern ausgelaufen ist und man sich irgendwelche anderen verwirrenden Rabattalternativen vorrechnen lassen muss, durch die man nicht durchsieht. Dann muss man schnell irgendwas nehmen, innerlich fluchen, weil sie sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, zum Bahnsteig hetzten, gerade noch so den Zug erwischen und DANN kann man toll nach Basel fahren. Dann ist es nur eine Stunde Fahrzeit und bequem zu erreichen.

In Basel dann nervt erstmal das Geldwechseln. Sehr. Ich erinner mich an Geldwechseln, ich hab das zu Ferienlagerzeiten oft gemacht, beim Urlaub in Prag und in Ungarn. Ich bin sicher, damals hat mich das nicht so genervt, wie jetzt. Wie wir zu dritt unser Geld zusammen wechseln, um Gebühren zu sparen, es dann nicht aufteilen können, weil wir nur zwei Scheine bekommen haben, wie wir versuchen einzuschätzen, wieviel wir an diesem Tag brauchen werden, wie unsere schöne Unabhängigkeit flöten geht. Was zu essen ist drin, Spontankäufe nicht. Als wäre man wieder zwölf.

Dann aber los. Die Stadt. In den kostenlosen Touristenführern sind Stadtrundgänge eingezeichnet, fünf Stück. Wir versuchen, in einem Zickzackkurs das meiste aus allen abzugrasen und fahren ganz gut damit. Für den als sehenswert ausgewiesenen Teil der Stadt braucht man ziemlich genau einen Tag. Es wird schön. Es ist Feiertag (das vereinfacht auch unser Shopping-Problem), die Stadt zeigt sich unglaublich ruhig. Außerdem idyllisch, mittelalterlich. Katja sagt, es ist die sauberste Stadt, die sie je gesehen hat. Wir finden alles schön, machen unglaublich viele Fotos, schlendern mit entrücktem Gesicht durch die Gassen. Freuen uns über das Switzerdütsch, bestaunen den Reichtum des Landes (es gibt riesige Plakatkampagnen die dafür werben, dass man am Tag 2 Liter Wasser trinken soll) und wertschätzen die vielen Trinkwasserbrunnen.

Zum Mittag gibt es ein gegrilltes Hähnchen mit Brot am Rhein. Wir verdrängen kurz, wie viel Geld wir dafür ausgegeben haben, dann schmeckt es phantastisch. Irgendwann sind wir plattgelaufen und kaputt, schleppen uns zum Bahnhof zurück und fahren müde heim. Das war ein schöner Tag.

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Dienstag, 2. Juni 2009

Flohmarkt in der Krutenau





Straßurg mag Flohmärkte. Dieser war besonders schön, im Lieblingsviertel Krutenau an einem sonnigen Samstag Vormittag. Am tollsten war der nette Mann, der gebrannte Mandeln verkauft hat. Nicht nur durfte ich seine faszinierend brodelnde Karamelpfanne fotographieren, er hat uns auch noch ein paar Hände voll Mandeln geschenkt!
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Donnerstag, 28. Mai 2009

Ba-Dam!

Der komischste Moment war, nachts um vier (!) aufzubrechen und durch die Stadt, die so vertraut ist und langsam aufwacht, zum Bahnhof zu gehen, um 12 Stunden lang zurück in ein anderes Land und ein anderes Leben zu fahren. Der Himmel wird langsam lila, ich gehe an meiner Uni vorbei und es scheint unglaublich absurd, jetzt wegzufahren anstatt sich einfach das nächste Bett zu suchen und dazubleiben, wo man doch offensichtlich hingehört.

Und wenn dann tief durchatmet und sich wieder fängt, wenn man sich dann soweit hat, sich zusammenzureißen und mit diesem ganzen Kopfgeschwubbel aufzuhören, seine Abenteuerlust wiederzufinden und diesen penetranten, gedanklichen Heimat-Kitsch mal abzustellen... dann stellen einem Schicksal und Werbeindustrie so etwas in den Weg.



Na danke. Da musste ich dann lachen.
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Sommerchorfahrt nach Burg Stargard


Die Gründe, warum ich auch dieses Mal nicht mit in die Heimat zur Chorfahrt kommen konnte, waren zahlreich und überzeugend: Es ist viel zu weit und viel zu teuer für ein kurzes Wochenende, hinterher bin ich noch trauriger, nicht mehr dabei zu sein, mit Olli könnte ich nicht wieder zurück fahren, da der gleich zwei Wochen oben bleibt, außerdem muss ich an diesem Wochenende arbeiten. Meine Freunde waren nicht begeistert, mussten das aber einsehen.

Dann auf einmal doch am Bahnhof zu stehen und ihre überraschten Gesichter zu sehen, war alle Reisestrapazen mehr als wert. Vorher musste ich mich noch einen Tag ruhig verhalten: Barfuss durch den elterlichen Garten laufen und die Katze streicheln (die sich kein bisschen über mich gefreut hat!), mit Schulfreunden und den Eltern grillen, Filme sehen und bis tief in die Nacht hinein reden. Dann aber endlich: Chorfahrt!

"Packet für Meyer" hab ich Steffen dreist in die Gegensprechanlage gelogen, und zur Belohnung gleich nen Mitnehmkaffee bekommen. Den hab ich am Bahnhof sicherheitshalber aus der Hand gegeben, damit nichts verschüttet wird, bei dem ganzen In-die-Arme fallen und glückseligen Rumhüpfen. Und dann? Die Autofahrt ist mir in Erinnerung geblieben, das Zettelspiel, die Essen, die viele viele Musik.

Ich hätte schon viel früher anfangen sollen, Chorfahrtsberichte zu schreiben. Dann hätte ich schon viel früher feststellen können, dass es einen roten Faden gibt: Es ist immer sehr schön und immer gibt es einige Konstanten: Die Proben, die Essen, die Spiele am Abend und dann die Musik. Die Nachmittagsstunden, das Lachen, die Freundschaft, das Gefühl. Wenn ich das alles schonmal so festgehalten hätte, könnte ich mich jetzt viel mehr darauf konzentrieren, wie eine Chorfahrt so ist, wenn man weg war. Wenn man eigentlich noch weg ist und es auch bleibt.

Dann könnte ich erzählen, wie ich ein bisschen aufpassen musste. Aufpassen, mich nicht zu sehr darauf zu konzentrieren, jeden Moment zu genießen, sondern einfach mal zu entspannen. Und wie es dann die meiste Zeit so ist, als wäre ich nie weg gewesen, weder vorher noch hinterher. Und wie ich dann, abends, wenn alle um das Klavier herum tanzen und singen, auf einmal einfach mittendrin bin und ganz still und es ist wie ein Film. Ist ja oft wie ein Film, das Leben, wenn der Soundtrack in der Situation gleich mit dazu passiert. Und dann bin ich furchtbar gerührt, wie schön es doch ist, was wir da haben, und wie besonders und wie wertvoll. Bestimmt haben überall auf der Welt immer wieder Menschen dieses Gefühl, die zusammen Musik machen, und trotzdem macht es uns, unsere Gemeinschaft, einzigartig.

Wenn es dann so kitschig wird, dass man es nicht mehr aushalten kann, wird man zum Glück von hinten angesprungen, umarmt, mit Bier bekleckert oder zum Tanzen aufgefordert und viel zu schnell ist dann alles wieder vorbei und man sitzt erschlagen in irgendwelchen Morgenstunden in einem Zug und Hügel rauschen am Fenster vorbei. Für das Love-Like-A-River Gefühl, das mich das Wochenende lang begleitet hat, bin ich jetzt wohl zu müde, für zerreißende Abschiedsschmerzen scheinbar auch. Was erstmal bleibt, ist ein bisschen Restleuchten und das gute Gefühl, in Wirklichkeit gar nichts verloren zu haben, sondern nur ein bisschen anders dosieren zu müssen, ein paar Ohrwürmer, und das weniger gute Gefühl, mit diesem Blogeintrag die Grenzen des guten Geschmacks und der Kitschtoleranz arg überschritten zu haben.
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Samstag, 16. Mai 2009

Es gibt Eis, Baby!



Es ist schon ein Kreuz mit der Ausbeutung von uns armen Praktikanten: Jede Drecksarbeit fällt uns zu! Letzten Donnerstag war das die dégustation des glaces, die Eisverkostung. Cafeteria und Automaten sollen neu bestückt werden und so wurden ein Dutzend Mitarbeiter zum Testessen geladen. Natürlich streng wissenschaftlich: Wir hatten Testbögen, die wir ausfüllen musten, waren angehalten Noten zu verteilen, Favoriten zu bestimmen und unsere Wahl stichhaltig zu begründen. Verpackung, Aussehen, Konsistenz, Geschmack? Eine hochkonzentrierte, bierernste Angelegenheit also. Trotzdem hatte die Verantwortliche für das Projekt ihre Mühe, sich anfangs Gehör zu verschaffen und die fröhlichen Tester zu ermahnen, das auch ernst zu nehmen und sorgfältig zu entscheiden. "Schließlich müssen auch wir das Eis dann essen, nicht nur die Besucher."

Gewonnene Erkenntnisse:
  • Schokimilcheis mit Minzwassereis zu vergleichen ist schwer.
  • Cornetto ist nicht mehr ganz so toll, wenn man es mit einem anderen Waffeleis vergleichen kann.
  • Das Gras auf der anderen Seite und so: Alle anderen Gruppen hatten viel leckerere Sorten!
  • Faszinierend, wie alle vierzehn Eissorten verdrücken und verkosten können (in kleinen Stückchen, zugegeben) und sich dann auch noch wie die Hyänen auf die üppigen Reste stürzen.
  • Eis rausschmuggeln für weniger glückliche Mitarbeiter, die ihre Posten nicht verlassen durften, erhält die Freundschaft.
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