Samstag, 24. Oktober 2009

Bielefeld... läuft.


Mein liebstes Wandgekritzel in meiner neuen Uni.


Schon zwei Wochen Bielefeld und ich habe schon einiges gelernt. Zum Beispiel dass westdeutsche Dozenten viel mehr Anglizismen benutzen, als ostdeutsche. Wie Pfandtassen-rücknahmeautomaten funtkionieren. Wo die Umkleidekabinen für den Hochschulsport sind. Wie Gender Studies StudentInnen aussehen. Und und und.

Alles ist toll: Ich bin mit Begeisterung und Spannung bei der Sache, ich lese die Reader gerne, ich setze mich gerne in die Bib, ich freue mich auf Veranstaltungen. Ich laufe und fahre Umwege, um meine neue Stadt kennenzulernen und ich liebe es. Ich entdecke Bäckereien, Videotheken und Wochenmärkte, stöbere in zu vielen Buchläden und erkunde Parkanlagen, die in dieser Stadt scheinbar niemals aufhören, unvermutet hinter irgend einer Ecke aufzutauchen. Fotos von meinen Abenteuern gibt es auch noch hier zu sehen, das Album wird auch laufend erweitert.
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Sonntag, 11. Oktober 2009

...


und die Entscheidung für einen neuen Studiengang...

eine neue Uni und eine neue Stadt.


Nun sind alle Kisten ausgepackt, die Stifte gespitzt und morgen geht die Uni los!
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...


Wohnungssuche...

Planung...
und schließlich ein Umzug.
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...


... und Sievershagen.
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Jetzt aber...

schnell nachtragen, damit es hier weitergehen kann! Also, hinter mir liegen...

der Abschied vom schönen Straburg...

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Freitag, 14. August 2009

Ein Tag in Kästchen




4.660 Fotos habe ich in diesem Jahr schon gemacht, sagt Picasa. Ich überlege derzeit viel, was ich damit eigentlich anstellen soll. Die Picasa Webalben bieten nur begrenzten Platz, die großartige Dropbox erst recht, in meinVZ fühle ich mich nicht mehr so richtig wohl und auf Facebook sind noch nicht alle meine Freunde angekommen. Flickr? Ganz was anderes? Was meint ihr?

Bis mir was einfällt, kann ich ja auch einfach viele Bilder als eines posten. Die Bilder der Collage oben sind gestern entstanden, bei einer kleinen Reise quer durch die Stadt. Von einem schwedischen Möbelmarkt im Westen durch das Stadtzentrum in die Esplanade im Osten, dann weiter über den Rhein bis nach Deutschland. Fabien sagt, er mag an Straßburg, dass es so viele unterschiedliche Gesichter in sich vereint, dass es überall anders aussieht und dass doch alles zusammengehört. Ich glaube, das mag ich auch.

Kulturbeobachtungen: In Frankreich wird man im IKEA nicht geduzt. Dafür ist alles teurer.
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Donnerstag, 13. August 2009

Sommerloch


Ich gebe jetzt den Versuch auf, die letzten Wochen kurz und pointiert, kryptisch und vielsagend zusammenzufassen. No news is good news, ich bin nicht verstummt, weil es nichts zu erzählen hab, sondern weil ich keine Zeit zum Schreiben gefunden habe. Ich bin selten zu Hause, ich bin braun geworden und ich bin glücklich. Außerdem bin ich nicht mehr nur ich, sondern jetzt auch ein halbes Wir und all diese Dinge stehen wohl in irgendeinem Zusammenhang.

Hier hab ich zwischendurch ein bisschen den Anschluss verloren, Fotos der letzten Zeit gibt es vielleicht demnächst auf Facebook, oder mir fällt noch was besseres ein. Und hier dann bestimmt auch bald wieder Bilder und Text, so wie gewohnt. Der erste Schritt raus aus dem Sommerloch ist ja hiermit überwunden.
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Dienstag, 23. Juni 2009

La Fête de la Musique

Ich weiß, ich darf Euch nicht überfordern. Weder das Internet selbst, noch das Layout meines Blogs sind wirklich dazu gemacht, laaaange Texte zu lesen. Deshalb jetzt wieder ein paar Bilder, statt vieler Worte. Gleich.

Am Sonntag war die Fête de la Musique, das Fest der Musik. Das ist eine sehr tolle, französische Idee: Überall ist an diesem Tag Musik, man kann durch die Stadt laufen und überall sind Bühnen, Bands, Künstler. Man kann überall zuhören und wenn man keine Lust mehr hat, geht man weiter und hinter der nächsten Ecke warten ganz andere Klänge. Toll!

Nicht so toll war, dass es Abends zu regnen angefangen hat. Sonst wäre der Spaß sicherlich noch Stunden weitergegangen, so aber bin ich zu einer Freundin geflüchtet und hab den Abend mit Mädchengesprächen beschlossen. Was ja auch gut ist. Und jetzt die Bilder.





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Fotowettbewerb: Frühling

Der Frühling ist seit gestern vorbei, aber wir behalten ihn in liebevoller Erinnerung.

André hat wieder einen Fotowettbewerb ins Leben gerufen und ich habe mitbemacht. Bis zum 21. Juli könnt ihr bei ihm über die drei besten Frühlingsfotos abstimmen. Zu gewinnen gibt es (noch?) nichts, aber es macht Spaß - um so mehr, wenn viele Leute mitvoten.

Montag, 22. Juni 2009

Vorpremiere: Zion and his Brother

Wir merkwürdig das ist: Die beiden jungen Männer, die gerade an mir vorbei gehen, habe ich eben fast zwei Stunden lang angestarrt. Auf einer Leinwand.

Kino. Ich kenne jemanden der jemanden kennt, der Freikarten gewonnen hat und nicht hingehen kann. Es ist die Vorpremiere des israelischen Films Zion and his Brother und mal wieder weiß ich vorher nicht so richtig, worum es geht, noch dass Regisseur und die beiden Hauptdarsteller anwesend sind.

Es geht um zwei Brüder. Einen großen und einen kleinen und um ihre Beziehung zueinander. Die wird schwierig, weil das Leben schwierig ist: Zu der Herausforderung, in einem Plattenbauviertel in Haifa erwachsen zu werden, kommen handfeste Konflikte. Geldprobleme, Familienprobleme, Liebe, Gewalt... und schließlich ein furchbares Wissen um einen schrecklichen Zwischenfall.

"I see it as a simple film, a film that can be understood anywhere.", sagt der Regisseur Eran Merav. Der Satz ist aus dem Pressematerial von der Homepage des Films, ich weiß nämlich nicht mehr genau, was er wirklich gesagt hat. Ich war so damit beschäftigt, amüsiert zu grinsen, weil er seine Hand so affektiert beim Reden bewegt.

Der Film war gut: Menschlich, interessant, schön. Spannend erzählt, mitunter mitreißend, mitunter nachdenklich. Trotzdem fällt mir erstmal gar nichts ein, was ich den Regisseur dazu fragen könnte, der nun auf einmal im Kinosaal vor uns steht. Wir applaudieren. Die beiden Hauptdarsteller, Reuven Badalov und Ofer Hayun, werden angekündigt und kommen von hinten durch den Saal. Wir applaudieren wieder und ich bin irgendwie überrascht, dass Menschen, die man in Filmen sieht, tatsächlich existieren. Dies ist meine erste Filmpremiere.

Da mir immer noch nicht einfällt, was ich fragen könnte, harre ich erstmal der Dinge, die da kommen. Die sind ganz witzig, schon der babylonischen Herausforderungen wegen. Die Jungs sprechen Hebräisch, der Regisseur englisch, das Publikum französisch. Ein Übersetzer (Hebräisch-Französisch) und ein Moderator sind anwesend, die versuchen der Sprachen Herr zu werden. Dies klappt, aber nur bedingt. An einer Ecke hapert es immer, das Publikum muss sich widerholt beschweren, weil es nichts versteht und mitunter helfend eingreifen.

Aber auch darüber hinaus gestaltet sich das Gespräch schwierig. Es scheint, als wären die anderen Straßburger von der Anwesenheit der Personen, die diesen Film erdacht und realisiert haben, nicht halb so beeindruckt wie ich - vielleicht weil sie so etwas häufiger geboten bekommen und allesamt deutlich älter sind als K. und ich. Nach einer kurzen Aufwärmphase sind die Fragen an Herrn Merav keine Fragen mehr, sondern Interpretationsvorschläge. Wie in einem Deutsch - pardon: Französisch! Leistungskurs melden sich die gestandenen älteren Damen und analysieren drauf los, immer länger werden die Redebeiträge. Ein grauhaariger Herr, der anfangs drauf hinweisen läßt, er sei übrigens Psychoanalytiker, will gar nicht mehr aufhören und holt richtig weit aus. K. und ich verkneifen uns respektloses Kichern und die hebräischen Herrschaften samt Übersetzern vorne sehen etwas hilflos aus, was mir leid tut.

Mir gefallen diese Straßburger Kinoabende, die mit dem Abspann nicht vorbei sind. Hoffentlich ist bald wieder einer.

Freitag, 5. Juni 2009

Basel








Nach Basel kann man von Straßburg aus toll mit dem Zug fahren. Natürlich erst, nachdem man sich ein bisschen mit der faszinierend klischéemäßig arroganten Schalterangestellten herumgeärgert hat, weil das tolle Angebot, mit dem man eigentlich fahren wollte seit gestern ausgelaufen ist und man sich irgendwelche anderen verwirrenden Rabattalternativen vorrechnen lassen muss, durch die man nicht durchsieht. Dann muss man schnell irgendwas nehmen, innerlich fluchen, weil sie sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, zum Bahnsteig hetzten, gerade noch so den Zug erwischen und DANN kann man toll nach Basel fahren. Dann ist es nur eine Stunde Fahrzeit und bequem zu erreichen.

In Basel dann nervt erstmal das Geldwechseln. Sehr. Ich erinner mich an Geldwechseln, ich hab das zu Ferienlagerzeiten oft gemacht, beim Urlaub in Prag und in Ungarn. Ich bin sicher, damals hat mich das nicht so genervt, wie jetzt. Wie wir zu dritt unser Geld zusammen wechseln, um Gebühren zu sparen, es dann nicht aufteilen können, weil wir nur zwei Scheine bekommen haben, wie wir versuchen einzuschätzen, wieviel wir an diesem Tag brauchen werden, wie unsere schöne Unabhängigkeit flöten geht. Was zu essen ist drin, Spontankäufe nicht. Als wäre man wieder zwölf.

Dann aber los. Die Stadt. In den kostenlosen Touristenführern sind Stadtrundgänge eingezeichnet, fünf Stück. Wir versuchen, in einem Zickzackkurs das meiste aus allen abzugrasen und fahren ganz gut damit. Für den als sehenswert ausgewiesenen Teil der Stadt braucht man ziemlich genau einen Tag. Es wird schön. Es ist Feiertag (das vereinfacht auch unser Shopping-Problem), die Stadt zeigt sich unglaublich ruhig. Außerdem idyllisch, mittelalterlich. Katja sagt, es ist die sauberste Stadt, die sie je gesehen hat. Wir finden alles schön, machen unglaublich viele Fotos, schlendern mit entrücktem Gesicht durch die Gassen. Freuen uns über das Switzerdütsch, bestaunen den Reichtum des Landes (es gibt riesige Plakatkampagnen die dafür werben, dass man am Tag 2 Liter Wasser trinken soll) und wertschätzen die vielen Trinkwasserbrunnen.

Zum Mittag gibt es ein gegrilltes Hähnchen mit Brot am Rhein. Wir verdrängen kurz, wie viel Geld wir dafür ausgegeben haben, dann schmeckt es phantastisch. Irgendwann sind wir plattgelaufen und kaputt, schleppen uns zum Bahnhof zurück und fahren müde heim. Das war ein schöner Tag.

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